Interview mit dem „Rock am Berg“ Festival

Am 20. und 21. Juni 2014 findet im Waldstadion in Merkers das 2-tägige Open-Air „Rock am Berg“ statt. Seit 2007 stellen die Leute dort vor Ort das Punkrock-Festival auf die Beine, das bei vielen schon einen festen Platz im Kalender hat. Angefangen in Vacha durch den Vächer Latschen e.V. kamen die OrganisatorInnen seit 2011 in Merkers unter, wo dieses Jahr etwa 20 Bands die Provinz zum Beben bringen werden. Thüringenpunk fragte einmal genauer nach, was da genau abgeht.

Ihr organisiert Konzerte und das Festival in der tiefsten Thüringer Provinz. Viel mehr als Bäume, Nazis und Bauern kennt man aus diesen Regionen nicht. Umso schöner, dass es Leute gibt die Sachen auf die Beine stellen und Anlaufstellen außerhalb der deutschen Tristesse bieten. Punk in der Provinz, wie klappt das? Womit habt ihr zu kämpfen? Wie kommt man auf so eine Idee?

…ganz so Tristess ist es ja hier nun auch nicht ;-) In unmittelbarer Nähe wurden Bands wie u.a. Fuckin Faces, Gloomster, ESA Zecken oder Sonne Ost geboren. Wir haben hier, genau wie in anderen Teilen des Landes, auch mit Dumpfbacken und durch Unwissenheit geschürten Fremdenhass zu kämpfen. Und genau aus diesem Grund ist auch dieses Festival entstanden. Aufklärung mit Musik….

Ein paar Jahre zuvor habt ihr ja noch das Nachbardorf Vacha gerockt. Warum jetzt in Merkers? Gab’s Stress mit den Dorfbewohnern?

In Vacha fand die Veranstaltung in mitten einer Gartenanlage statt. Leider haben die Gäste dort die Zäune als Feuerholz verwendet und ihre Bedürfnisse vor den Gartentüren hinterlassen. Welches für uns Auflagen hatte, die wir so nicht erfüllen konnten. Zum anderen hat sich der Kulturverein „Vächer Latschen“ aufgelöst und dann quasi in Merkers mit dem dort ansässigen Jugendclub einen neuen Partner gefunden.

Euer diesjähriges Lineup ist gut durchmischt. Nach welchen Kriterien holt ihr Bands aufs Festival?

Ganz oben steht für uns, das keine Band irgend ne Grauzone bedient, auch wenn uns das wohl den ein oder anderen Gast kostet. Wir wollen ein breites und buntes Publikum zusammen bringen. Und so soll auch die Musik sein.

Mit Captain Planet und Trouble Orchestra habt ihr dieses Jahr ein paar Acts auf Lager, die nicht dem klassischen Deutschpunk oder Ska entsprechen. Wie kommt’s, dass diese Jahr sogar Hip-Hop dabei ist? Sind davon nicht viele Punks abgeneigt?

Wir hatten ja letztes Jahr schon Hip Hop und mit Götz Widmann einen Liedermacher mit dabei. Außerdem haben wir uns nie als reines Punk Festival gesehen. Trouble Orchestra sind genauso Punk wie Dritte Wahl oder SchleimKeim, nur mit anderen Beats. Für uns ist es wichtig was die Texte sagen und wer die Jungs um Johnny Mauser kennt, weiß was da geht.

Wovon unterscheidet sich das „Rock am Berg“ noch im Vergleich zu den letzten Jahren?

Das wir, als Veranstalter, das Gefühl haben endlich ernst genommen zu werden. Wir wachsen von Jahr zu Jahr und der Zuspruch von Publikum und Bands ist schon gewaltig und bestätigt unsere Arbeit.

Wie ist allgemein die Situation mit Nazis bei euch? Habt ihr viele Probleme mit denen?

Das hält sich in Grenzen. Im Gegenteil, ich würde sagen das die Linke Szene hier ganz gut vertreten ist.

Kommt man denn irgendwie mit dem Zug nach Merkers?

Klaro ;-) Man fährt mit der Bahn bis Bad Salzungen oder Bad Hersfeld und dann mit dem Bus nach Merkers.

Gibt es irgendjemanden den ihr grüßen möchtet?

Alle die mit uns sind, die ganzen Leute welche die letzten Jahre unsere Gäste waren und natürlich alle Bands mit denen wir bisher viel Spaß haben durften!!!! Break the Wall and Stay Punk!

Vielen dank für das Interview!

Die Homepage des Festivals findet ihr HIER

Trailer für 2014:

Hier noch das Linup:


2 Antworten auf „Interview mit dem „Rock am Berg“ Festival“


  1. 1 Merkers: Das war das „Rock am Berg“ Festival « Thüringenpunk Pingback am 23. Juni 2014 um 16:57 Uhr
  2. 2 Interview zu 25 Jahre Fucking Faces « Thüringenpunk Pingback am 03. Februar 2015 um 16:42 Uhr
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