3 Jahre Thüringenpunk und kein Ende in Sicht

Genau so, oder so ähnlich dachten wir uns das am 19. März 2016 als wir nach Suhl gefahren sind, um mit den Vorbereitungen für die größte Punkerparty der Welt (die es in Suhl in den letzten drei Jahren gab) zu beginnen.Über 120 Menschen sind an dem Abend ins Grüne Haus gekommen, haben die Bars geplündert, das Haus verschmutzt, sich gehen lassen und uns Taschen voller Geld eingebracht. Da Konzertberichte generell überbewertet und unsere Erinnerungen an den Abend verschwommen sind, fassen wir uns kurz und hangeln uns an den geschossenen Bildern und einigen hängengebliebenen Gedanken vom Abend durch den Bericht.


Suhl, dass ist Simson-Gestank, Waffennarren, Nazis, früher Tod und zwischen all diesen stinkenden, frühzeitig sterbenden Waffennarrennazis steht das Grüne Haus. Ein Schuppen, mittlerweile in der Selbstverwaltung, der vor wenigen Monaten finanziell vor dem Aus stand und eine längst überfällige Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Einstellungen in der eigenen Subkultur durchlebt. Nicht gerade ein Ort an dem alles nach Harmonie und Sonnenschein klingt. Muss es auch nicht, Harmonie und Sonnenschein fänden wir auch ekelhaft. Im Laufe der letzten Monate hat sich die finanzielle Situation (genau wie unsere nach der Party) verbessert und das Haus kann als öffentlicher Raum erhalten werden, nicht zu letzt durch eine Vielzahl an Konzerten und Veranstaltungen, die organisiert worden sind. Einen, wenn auch kleinen Teil, wollten wir gerne dazu beitragen, die anlaufenden Diskussionen unterstützen und natürlich finanziell helfen, soweit das eben geht. Also ab ins Auto, nochmal fix beim Discounter unseres Vertrauens ein paar Wegebier eingesackt (sowie getrunken) und es ging mittags, zum High-Noon, auf die Autobahn nach Suhl. Erheitert angekommen, erwartete uns bereits die KüfA Crew Suhl mit schweißnasser Stirn, Augenringen, fettigen Händen und hochrotem Kopf bei den Vorbereitungen für das Essen. Auch wenn wir euch eigentlich nur beim Schuften zugeschaut haben, sei hier nochmal ein ganz großes Danke an die Leute gesagt, die sich für einen feuchten, unfettigen Händedruck als Dank, den Arsch aufgerissen haben! Ihr habt uns bewiesen, dass es Veganer gibt, die doch ganz ok sind und es durchaus lecker schmecken kann. <3
Während an der Bar die Getränke kühl gestellt, die KüfA kurz vor dem nervlichen Zusammenbruch und wir beim dritten oder vierten Bier entspannt waren, trudelten die einzelnen Bands ein. Für dieses Jahr dachten wir, es muss größer, phänomenaler und legendärer werden, als das Jahr zuvor! Also haben wir unser Budget gecheckt, die Finanzprognose erstellt und sind den Managern von anderen Szenegrößen als uns in den Arsch gekrochen. Nach einigen Absagen und Enttäuschungen (Wer kann ahnen, dass es Schleimkeim schon länger nicht mehr gibt?), wurden wir doch noch fündig und schließlich sagten sie dann zu. Eine Band, die wir schon lange haben wollten, eine Größe mit besonderem Namen, Live-Perfomence und Verkleidung… Sie kamen von etwas weiter weg, sind mit großem Auto vorgefahren und hatten das Punkrockflair, trotz ihres Bigbuisness, nicht verloren. Einfach ein Headliner der alles erfüllte, was wir wollten. Was willst du mehr, als GÜLLESCHISS für eine gute Show? Damit war das geklärt und wir wurden, wie ihr live oder auf den Bildern gesehen haben werdet, nicht enttäuscht. Als wir dann noch Human-T-Error mit ihrem Punkrock (whoohoo) und Reckless Fight als obligatorisches Hardcore-Brett an Bord hatten, war der Abend für uns schon so gut wie perfekt. Schließlich waren dann noch Stumbling Pins aus Kiel mit ihrer Tour und vollkommen ahnungslos was Suhl sein soll und wo das liegt. Ob es Naivität war oder Abenteuerlust wissen wir nicht, nur das sie unbedingt mit uns feiern wollten und das ausgerechnet in Suhl. Verstehe einer die Wessis. Um den Abend abzurunden, gab es dann noch eine Support Band… irgendwas mit B… die Bullen oder so. Ebenfalls aus Kiel bzw. Bremen, aber weil kein Thüringenpunker so wirklich weiß wo die beiden Städte jetzt genau liegen, haben wir einfach Hamburg auf den Flyer geschrieben. Ist ja auch niemanden aufgefallen.

Doch bevor die Partyhüte und Luftschlangen verteilt worden, hatten wir noch einmal ernsthaften Redebedarf. Genau aus diesem Grund haben wir uns entschieden an dem Abend noch eine Art Vortrag mit dem Titel „Das Grauen mit der Grauzone – Ist das noch Punk oder kann das weg?“ zu halten und zur Diskussion anzuregen. Das hat, in einem komplett vollen Raum auch überraschend gut geklappt. Wie viele genau dem Vortrag gelauscht haben wissen wir nicht, sind aber sehr positiv überrascht gewesen, wie viele Leute sich beteiligten und an der Diskussion teilnahmen. Wer sich nochmal genauer mit dem, was wir da gesagt haben auseinandersetzen will, ist der Text in der aktuellen Alerta Südthüringen empfohlen: http://alerta.ml/ Das nach dem Vortrag aufkommende Gerücht der Referent wäre nicht mehr nüchtern gewesen, lassen wir an dieser Stelle unkommentiert.

Wenn ihr euch ernsthaft den Text bis hier hin durchgelesen habt, dann wollen wir euch die Bilder und Eindrücke von dem Abend nicht weiter vorenthalten. Dennoch müssen wir noch ein paar Sachen los werden, denn ohne ein paar Leute (deren Namen wir freilich schon fast alle wieder vergessen haben und deshalb nicht nennen) hätte es an dem Abend nicht so geklappt, wie wir Bock gehabt hätten. Nochmals großen Dank an die KüfA Suhl für Essen, den geilen Kuchen, Unterstützung, Werbung und eure nette Gesellschaft! Ebenfalls großes Danke an die Gang vom Grünen Haus für die Unterstützung vor Ort (besonders an C. für die Technik über den ganzen Abend!). Auch an die Leute hinter den Bars ,besonders der Person die im Iladen den ganzen Abend die Stellung gehalten hat, sowie den spontanen Einsatz des Critical-Crisis-Concert Punk am Einlass! Auch an die Leute, die mit aufgeräumt haben und an dem Abend etwas gemacht haben, damit das Ganze irgendwie über die Bühne gegangen ist.
Denn so richtig können wir uns selbst nicht erklären, warum das dann doch geklappt hat :-D Last but not least gehen Grüße und Dank raus an Radical Print aus Gotha und die Antifa Suhl/Zella-Mehlis für Infostuff und Support! Ihr habt alle was gut bei uns, nur nichts was Geld kostet oder Arbeit macht. Aber sonst natürlich alles… ;-) Nicht zu vergessen sei auch der Künstler, welcher im Garten den ganzen Abend über Portraits von unseren Gästen für lediglich ein Bier pro Bild zeichnete.


Bevor unsere Gäste in das Grüne Haus kamen, mussten sie zunächst an dem Bullen vorbei.


Dort erwarteten sie bereits…


… die Punkrocker von Gülleschiss,…


… die so dreist waren und erst einmal ihr Transparent über unseres gehangen haben.


Dank ihren tollen Auftritts jedoch,…


…war diese Respektlosigkeit schnell wieder vergessen.


Unschlagbare Kostüme,…


… und verschiedenes Posen,…


… untermalten ihren super Auftritt.


Die verwendete Gasmaske,…


… passte unserer Meinung nach zum Namen der Band.


Als zweite Band stand Human -T- Error auf er Bühne.


Auf Grund der kürzeren Auftrittszeit, die wir ihn aufgrund des straffen Zeitplans,


… nur gewähren konnten, mussten sie kurz zuvor ihr…


… Programm kürzen.


Trotz dessen legten die Jungs aus Langewiesen und Jena,…


… einen klasse Auftritt hin,…


… auch wenn sich der Bassist mehr als Teil des Publikums,…


… als Teil der Band begriffen hat.


Zu guter Letzt, gab es noch ein paar Zugaben,…


… bevor sich einige Gäste zu unseren Freunden von Radical Print gesellten,…


… um sich mit neuen Shirts oder Patchs einzudecken.


Weiter ging es mit Reckless Fight,…


… welche noch einmal den großartigen Auftritt von Gülleschiss hervorhoben,…


… und durch ordentliches Geballer,…


… den kleinen Konzertraum so richtig einheizen konnten.


Obwohl sie von Musikstil her von den anderen Bands abgehoben haben,…


… kamen sie bei uns, als auch beim Publikum äußerst gut an.


Reckless Fight waren dabei auch für das Southside Kollektiv sehr fotogen…


… und hatten mit ihrem Auftritt auch Premiere in Suhl.


Auch wenn der Auftritt nach gefühlten…


… 25 Minuten leider schon wieder vorbei war.


Anschließend betraten Stumbling Pins die Bühne.


Streetpunk aus Kiel…


… verirrt in Suhl hinterm Rennsteig…


…und mit neuem Bassisten im Gepäck auf ihrer Tour.


Vorher hatten die Punx ausm Norden in Städten wie Hannover, Aachen und Braunschweig gespielt…


…und unterwegs ihren Bandbus geschrottet wie sie berichteten…


… Gage gabs trotzdem keine, obwohl wir ihren Auftritt ordentlich feierten…


… und die Punx auch sichtlich Spaß auf der Bühne in Suhl hatten.


Das hatte sich auch auf das nun schon gut angetrunkene Publikum ausgewirkt…


…was nicht nur die Band zum schwitzen brachte.


Zu guter Letzt wurde ordentlich der Knüppel geschwungen…


… und Die Bullen betraten als fünfte Band des Abends die Bühne.


Im Konzertraum gab es kaum noch Platz,…


und der Schlagzeuger Kocky dürfte wohl während es Konzerts noch den meisten Platz gehabt haben.


Während des Konzerts…


…sind die Bullen immer wieder (zurecht) von den Gästen angegangen worden.


Bekannte Songs, wie beispielsweise „Cops United“,…


…welches am Abend sogar zweimal gespielt wurde,…


…konnten nahezu alle Menschen im Raum mitsingen,


…bevor auch die Bullen,…


endlich ihren wohlverdienten Feierabend hatten.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast es geschafft diesen Text bis zum Ende zu lesen und die alle Bilder anzuschauen. Aus diesem Grund hast du es dir redlich verdient zu erfahren, was wir nächstes Jahr zu unserem Geburtstag planen. Da wir letztes und dieses Jahr so viel Kohle auf unseren Partys machen konnten, haben wir uns dafür entschlossen unsere Zentrale in Lauchheim auszubauen und um einen Garten zu erweitern. In diesem Garten werden wir dann unseren vierten Geburtstag veranstalten, literweise Freibier ausschenken und euch erst das Geld aus den Taschen ziehen, wenn ihr so richtig besoffen seid. Die Bauarbeiten starten am 10 Juni und enden am 10 Juli diesen Jahres. Mit diesem Geld wiederum werden wir uns drei Top-Anwälte holen, mit denen wir für die Abschaltung der Seite Thüringenpunk-WATCH, die uns immer auf den Fersen ist, sorgen. Wir kriegen euch!

Bis dahin sind wir nach unserem Ski-Urlaub ein paar Wochen zum Angeln gefahren und geben das restliche Geld für Köder aus. Bis nächstes Jahr!